„Ist Lu Jong eigentlich auch Yoga?“ Diese Frage bekomme ich oft. Und sie ist berechtigt – denn auf den ersten Blick sieht Lu Jong tatsächlich aus wie Yoga. Menschen bewegen sich, atmen bewusst, werden ruhiger. Und doch ist es etwas anderes. Hier erkläre ich, was Lu Jong von Hatha Yoga unterscheidet – und warum das für dich wichtig sein kann.
Was ist Hatha Yoga?
Hatha Yoga entstand innerhalb des indischen Tantrismus und arbeitet mit Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation, um Körper und Geist ins Gleichgewicht zu bringen. „Ha“ steht für die Sonne, „tha“ für den Mond – Hatha Yoga will diese beiden gegensätzlichen Energien ausgleichen. Im Westen kennen wir Hatha Yoga vor allem durch das Halten von Körperpositionen – der herabschauende Hund, der Krieger, der Baum.
Hatha Yoga kommt aus Indien und ist die Mutter aller körperlichen, indischen Yogaformen – von Ashtanga über Vinyasa bis Yin Yoga .
Was ist Lu Jong?
Lu Jong kommt aus dem Himalaya – aus dem tibetischen Buddhismus und der tibetischen Medizin. „Lu“ bedeutet Körper, „Jong“ bedeutet Schulung oder Transformation. Es sind einfache, fließende Bewegungen, die mit Atem und Position kombiniert werden – nicht um eine Pose zu halten, sondern um Energie in Fluss zu bringen.
Lu Jong gehört zum Tantrayana – dem tantrischen Buddhismus Tibets – und ist Teil des Weges von Tummo, dem inneren Feuer. Es ist also keine Fitness-Methode, sondern eine spirituelle Praxis mit jahrtausendealten Wurzeln. Eine Praxis, die den Körper als Tor zur Transformation versteht.
Dort wo Hatha Yoga Körperhaltungen hält und verfeinert, arbeitet Lu Jong mit Bewegung, Position und Atem gleichzeitig – um Blockaden in den Körperkanälen zu lösen. Nicht Dehnung steht im Vordergrund, sondern Transformation.
Die fünf wichtigsten Unterschiede
Herkunft: Hatha Yoga stammt aus Indien und dem hinduistischen Tantrismus. Lu Jong stammt aus Tibet und basiert auf tibetischer Medizin und tibetischem Buddhismus.
Körperarbeit: Hatha Yoga hält Positionen (Asanas) und verfeinert sie. Lu Jong bewegt sich fließend – die Praxis ist: Position, Bewegung und Atmung.
Ziel: Hatha Yoga bereitet den Körper auf Meditation vor und schult Kraft und Flexibilität. Lu Jong aktiviert die Selbstheilungskräfte und löst emotionale und körperliche Blockaden.
Emotionen: In Hatha Yoga sind Emotionen eher ein Nebenthema. In Lu Jong werden negative Emotionen wie Anhaftung oder Wut direkt durch die Übungen transformiert.
Zugänglichkeit: Hatha Yoga erfordert oft eine gewisse Flexibilität und Körperkenntnis. Lu Jong kann jeder machen – im Stehen, Sitzen oder sogar auf dem Stuhl. Wirklich jeder, in jedem Alter.
Was haben beide gemeinsam?
Mehr als man denkt. Beide verbinden Körper und Geist. Beide arbeiten mit dem Atem. Beide haben tiefe spirituelle Wurzeln. Und beide bringen Ruhe und Klarheit – auf ihre ganz eigene Weise.
Wenn ich ehrlich bin: Ich kenne Menschen, die beides praktizieren und sagen, sie ergänzen sich wunderbar.
Für wen ist was geeignet?
Hatha Yoga ist ideal wenn du gerne in Posen verweilst, deinen Körper dehnen und kräftigen möchtest und eine breite Auswahl an Stilen und Lehrern suchst.
Lu Jong ist ideal wenn du Yoga suchst das wirklich für jeden funktioniert – unabhängig von Alter und Beweglichkeit. Wenn du dich nicht nur körperlich, sondern auch emotional und spirituell transformieren möchtest. Und wenn du tief in eine uralte, wenig bekannte Tradition eintauchen möchtest.
Ich unterrichte Lu Jong seit über 20 Jahren. Weil es mein Leben verändert hat. Und weil ich jeden Tag erlebe, wie es auch das Leben anderer verändert.
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